Allgemein

Knacken – Gelenkmanipulation


rückenschmerz.at


Dr. Florian Hofmann – FA für Orthopädie & orthopädische Chirurgie
Philipp Zunke – Physiotherapeut

Sehr häufig kommt das Knacken in den Gelenken der Wirbelsäule bzw. in den Fingergelenken vor. Manche Personen können ihre Halswirbelsäule allein mit Drehungen und Beugungen zur Seite auslösen. Gezielt angewendet das Knacken bei Gelenkmanipulationen von ÄrztInnen, PhysiotherapeutInnen oder ChiropraktikerInnen.

Ziel der Gelenkmanipulation ist es Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit wieder herzustellen. Doch wie entsteht das Knacken und hilft es etwas?

Ursache

Theorien wie das Knacken entsteht, gibt es viele: Bänder die über Knochen springen, Lösen von Verklebungen, Knochen die aneinander schlagen und Gasblasen-Entwicklungen (N. N., 1967).

Die neuste Forschung zu diesem Thema fand 2015 (Kawchuk et al., 2015) statt. Dabei wurden unter MRT-Kontrolle die Fingergelenke durch eine Zugspannung zum Knacken gebracht. Am Anfang mit geringer Zugspannung änderte sich in den Gelenken nicht viel, bis plötzlich die Kraft hoch genug ist und ein Hohlraum entsteht. In diesen Hohlraum treten dann gelöste Gase aus dem Körpergewebe ein. Durch diese neuen Erkenntnisse ist die vorherrschende Meinung, dass das Knacken durch die sprunghafte Entstehung des Hohlraumes mit Gaseintritt entsteht.

Auswirkung

Für viele TherapeutInnen und PatientInnen gehört das Knacken zur Behandlung einfach dazu. Auf Youtube gibt es sogar eigene Videos, auf denen man sich minutenlang das Knacken anschauen und anhören kann. Gibt es jedoch positive Effekte für den Körper durch das Knacken beim Manipulieren?

Wenn man die therapeutische Auswirkung zwischen Mobilisieren ohne Knacken und Manipulieren mit Knacken untersucht, sind die positiven Wirkungen der Behandlungstechniken auf den Schmerz und die Beweglichkeit beide sehr ähnlich (Cleland et al., 2007Sillevis & Cleland, 2011Flynn et al., 2006).

Für eine endgültige Aussage (auch für längerfristige Effekte) sind aber noch zu wenig qualitativ hochwertige Untersuchungen vorhanden. Da auch die Erwartungshaltung von PatientInnen und der Placebo-Effekt große Rollen spielen, kann es durchaus sinnvoll sein das Knacken bewusst einzusetzen.

!Vorsicht! Beim Manipulieren gilt es eine Vielzahl an Vorsichtsmaßnahmen und Kontraindikationen zu beachten. Sie sollten sich dies daher entweder unter professioneller Anleitung aneignen oder sich an medizinisches Fachpersonal für die Durchführung wenden.

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