Skoliose

Skoliose Früherkennung

Früherkennung ist entscheidend!

Gerade in der Wachstumsphase eines Kindes ist die Früherkennung einer Wirbelsäulenfehlstellung und deren Behandlung besonders wichtig! Sie entsteht und verschlechtert sich während der Jugend in Zeiten verstärkten Körperwachstums, wie zum Beispiel in den pubertären Wachstumsschüben.

Was versteht man kurz unter Skoliose?

Unter einer Skoliose versteht man eine Seitabweichung der Wirbelsäule von der Längsachse mit Verdrehung (Rotation) der Wirbelkörper um die Längsachse und Torsion der Wirbelkörper sowie strukturellen Verformungen der Wirbelkörper.

„Das wächst sich schon aus …..“, ist eine weit verbreitete Annahme.

Im frühen Stadium verursacht Skoliose in der Regel keine Beschwerden oder Schmerzen. Deswegen wird sie von Betroffenen auch anfangs meist nicht bemerkt.

Die ersten Anzeichen sind eine schiefe/schlechte Körperhaltung. Genau diese werden leider oft lange übersehen oder als „normale“, angewöhnte Fehlhaltung eingestuft. Daher …. Je früher die Skoliose erkannt wird, desto wirksamer und schonender lässt sie sich behandeln.

Was Eltern tun können und Schwächen an der Wirbelsäule ihres Kindes frühzeitig erkennen können?

Damit Skoliose früh erkannt und behandelt werden kann, soll der Rücken von Kindern und Jugendlichen regelmäßig zuhause angesehen werden.

Eine erste Orientierungshilfe als grobe Wahrnehmung

  • Steht der Kopf nicht in der Mitte über dem Becken
  • Einseitig ausgeprägte Lendenmuskulatur
  • Schulterschiefstand: z. B. rutsch der BH-Träger
  • Beckenschiefstand: z. B. sitzt die Hose schief, ungleiche Hosenbeinlänge
  • Ist die Brust ungleich groß
  • Taillenasymmetrien

Die wichtigsten Punkte finden Sie hier im Video!

Quelle: Powerhumen – PT Melanie Pevny, BSc.

Beim sogenannten Adams-Test (Vorneigtest), bei dem bei durchgestreckten Beinen und locker hängenden Armen der nackte Oberkörper um 90° vornübergebeugt wird.

Eine zweite Person blickt von hinten über den Rücken und erkennt Asymmetrien wie einseitig erhöhte Rippen und Schulterblätter, ein Rippenpaket (vormals Rippenbuckel) als Ausdruck der rotatorischen Dekompensation der Skoliose, eine einseitig stärker ausgeprägte Lendenmuskulatur und einen verkrümmten Verlauf der Wirbelsäule.

Bei Auffälligkeiten sollte zur weiteren Abklärung ein Kinderarzt oder Orthopäde aufgesucht werden!

Es wird immer wichtiger, dass auch Schulärzte und Sportlehrer auf den‌ Bewegungsapparat und etwaige Fehlbildungen achten und die nötigen‌ Schritte einleiten. Aus diesem Grund wäre für die Skoliosefrüherkennung eine jährlich durchgeführte schulärztliche Vorsorgeuntersuchung im typischen Entstehungsalter der idiopathischen Adoleszentenskoliose zwischen 11 und 13 Jahren bei Mädchen und 12 und 14 Jahren bei Jungen sinnvoll.

Bei einem Verdacht auf eine Skoliose sollte unbedingt eine weitere Abklärung durch einen Orthopäden oder Kinderorthopäden erfolgen.

Diagnostik

Skoliotische Deformitäten im Wachstumsalter sind prinzipiell ohne Schmerzen einhergehend. Im Rahmen der Anamnese sind Grunderkrankungen, Schmerzen, Voroperationen, Bestrahlungen beziehungsweise Traumen zu erheben. Ebenso sind Menarche und Stimmbruch zu dokumentieren, um den Reifegrad zu ermitteln. Klinisch fallen asymmetrische Taillendreiecke und Schulterasymmetrien auf. Essenziell ist es auch, im Rahmen der klinischen Untersuchung Beinlängendifferenzen sowie das seitliche Profil zu ermitteln und somit etwaige Kyphosen oder Spondylolisthesen festzustellen.

Es stehen je nach Ausprägung verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung: eine alleinige Physiotherapie, eine Korsettbehandlung  und  bei  ausgeprägten  Kurven gegebenenfalls operative Massnahmen.

Bei der Suche nach einem erfahrenen Arzt, Physiotherapeuten oder einer Klinik in Ihrer Nähe unterstützen wir Sie gerne!

Quelle: Dr. Georg Grabmeier, Dr. Florian Johannes Hofmann, Dr. Christian Bach, Dr. Nadja Jiresch, PT Melanie Pevny,BSc., Wikipedia;

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