#erzählmirwas, Turnübungen

Edith (von Skoliose betroffen) gibt uns einen kleinen Einblick in Ihr persönliches Übungsprogramm

Mein Name ist Edith Metzner, bin 55 Jahre alt und habe Skoliose (LWS 81°, Kyphose (BWS 73° und damit´s nicht fad wird 3 Gleitwirbel. 😊

Ich habe mit 13 Jahren meine Diagnose „Morbus Scheuermann“ erhalten, von Skoliose war noch keine Rede. Mit 21 Jahren wurde ich das 1. Mal geröntgt und eine Skoliose und Kyphose wurde diagnostiziert.

Drei stationäre und zwei ambulante Kuren, sowie unzählige Heilgymnastikbehandlungen. Später war ich mit 45 kurz davor mich wegen meiner starken Schmerzen (musste mich alle 15 – 20 min. hinlegen) operieren zu lassen.

Aus verschiedenen Gründen kam es aber nicht dazu. Stattdessen lernte ich die Rehaklinik in Bad Sobernheim kennen und lieben. Dort wurde ich 2012 auch zum ersten Mal mit einem sogenannten „Schmerzkorsett“ (nach Kubin) versorgt. Dieses wurde nach 3 Jahren erneuert und 2019 bekam im zusätzlich ein Chêneau-Korsett. (hilft mir bei der Kyphose besser).

Durch tägliches Üben (zwischen 1 – 2 Std.) konnte ich seither eine OP vermeiden.

Ich habe durch das straffe Programm in der Reha und durch den intensiven Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten/innen sehr gute Erfolge in der Bewältigung meines Alltages gelernt und lerne immer wieder tolle Menschen wegen der Skoliose kennen, die ich nicht missen möchte!

Hier gebe ich euch einen kleinen Einblick in meine persönlichen Turnübungen die mir helfen, wenn sich etwas verspannt, zwickt und weh tut. Vielleicht helfen sie anderen auch um sich besser zu fühlen.

Bitte beachte die Hinweispunkte bevor Du mit der Übung beginnst

Bitte nur trainieren, wenn Du gesund bist! Übe niemals, wenn Du eine akute Erkrankung oder Verletzung hast – zum Beispiel Fieber, eine Entzündung oder Zerrung. Halte im Zweifelsfall Rücksprache mit deinem Arzt.

Jeder Mensch bringt unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse mit, die bei einem körperlichen Training beachtet werden sollten. Unterschiedlich ausgeprägte Skoliose, unterschiedlicher Körperbau, Veranlagung und bisherigen Trainingserfahrungen.

Führe die Bewegung immer nur soweit aus, wie sie sich angenehm anfühlt. Nicht über die Schmerzgrenze!

Orientiere dich nicht daran, was andere können, sondern ausschließlich an deinen eigenen Voraussetzungen.

Wenn Du dich mal kraftlos fühlst, dann versuche nicht krampfhaft dein Trainingspensum trotzdem zu erfüllen, sondern wähle Übungen, die dir jetzt gut tun.

Dieses Trainingsprogramm stellt die persönlichen Erfahrungen der Autorin Edith Metzner dar!

Es liegt in der Verantwortung der Leserinnen und Leser zu entscheiden, wie häufig eine Übung gemacht wird oder sich gegen eine Übung entscheidet.

Lasse dich im Zweifelsfall bitte zuvor durch deinen Therapeuten oder Arzt beraten!

Die Autorin Edith Metzner kann für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus ihrem persönlichen Übungsprogramm resultieren, keine Haftung übernehmen!

VIEL SPAß BEIM TRAINING!

Edith M.

Heute zeigt uns Edith die #1 Stabilisationsübung

Was braucht ihr für Hilfsmittel: Turnmatte, Lagerungskissen (bei uns im Skolio-Online Shop erhältlich 🙂

Wichtig nach Wirbelsäulen-OP, bei Gleitwirbel und Hypermobilität

Geordnete Rückenlage (Unterlagekissen je nach Muster platzieren)

Bei dieser Grundstellung zuerst Lendenwirbelsäule auf den Boden drücken, Beine aufstellen, Fersen in den Boden drücken, Knie leicht auseinander, Arme vor die Brust heben, Handinnenflächen nach oben drehen und gegen einen gedachten Widerstand nach oben drücken (wenn man eine Schulter nach hinten drehen muss, dann diese Hand ein Stückchen unter der anderen halten).

In die Atemstellen einatmen, alle Muskeln anspannen und langsam auf „F“ ausatmen – Spannung halten. Nach fünf Atemzügen, Spannung langsam auflösen. Zuerst Hände dann Beine. 2 Wiederholungen.

Je länger man ausatmen kann, desto besser kann man die Spannung halten – besserer Erfolg. Um das zu erreichen gibt es die Polypen- und Sekundenatmung. Bei der Polypenatmung hält man sich ein Nasenloch beim Einatmen zu und atmet auf „F“ langsam (Atemstellen beatmen) aus. Bei der Sekundenatmung normal einatmen und dann so langsam wie möglich (Uhr) ausatmen. (40 sec. und mehr)

Es gibt noch weitere 3 Übungen + eine Variation im Sitzen, falls man mit den Knien Probleme hat. Dazu sollte man die Übung aber zuerst einmal mit einem Therapeuten gemacht haben. Die Beschreibung dazu wäre zu lange. 😊

Autor: Edith Metzner

Fotos: Edith Metzner privat

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