Problemzone Rücken


Der Zusammenschluss von Orthopädie und Unfallchirurgie im LKH Feldkirch hat einiges in Bewegung gebracht. Es wurden Spezialambulanzen eingerichtet und neue Angebote eingeführt. So ist beispielsweise erstmals in Österreich eine künstliche Bandscheibe in minimal-invasiver Technik eingebracht und damit ein Wirbelgleiten behandelt worden. Referenten sind Oberarzt Michael Götzen und Primar René El Attal.

Hohe Verbreitung

Rückenschmerzen und ihre chirurgische Behandlung: Das ist der Titel des letzten MedKonkret-Vortrags in diesem Frühjahrsemester. Aufgrund der Coronakrise musste eine Veranstaltung abgesagt werden, nämlich jene im März, die sich mit Transplantationsmedizin und Organspende befasst hätte. Sie wird im Herbst nachgeholt. Die restlichen Vorträge konnten dank digitaler Techniken letztlich doch noch durchgeführt werden. Zum Abschluss kommt ein Thema zur Sprache, das viele oft am eigen Leib spüren. Es geht um Rückenschmerzen. Mit 84 Prozent gibt Oberarzt Michael Götzen das Lebenszeitrisiko für Kreuzschmerzen an. Will heißen, fast jeder hat einmal im Leben sein Kreuz mit dem Kreuz. In 23 Prozent der Fälle arten Rückenschmerzen zu einem chronischen Leiden aus. „Das heißt aber noch nicht, dass operiert werden muss“, betont Götzen. Diese Option wird erst gezogen, wenn alle konservativen Maßnahmen wie etwa Physiotherapie nichts mehr bringen.

Dringliche Eingriffe

Unkomplizierte Kreuzschmerzen sind nach etwa sechs Wochen wieder weg. Es gibt aber auch solche der hartnäckigen Art. Zu den Krankheitsbildern, die einen chirurgischen Eingriff erforderlich machen oder machen können gehört das Wirbelgleiten. „Handelt es sich um eine schwere Ausprägung, operieren wir“, sagt Michael Götzen und fügt noch an: „Das lässt sich gut machen.“  Auch bei Abnützungserscheinungen der Bandscheiben wird zuweilen das Skalpell zur Hand genommen, allerdings ist die Erfolgsrate geringer. Hier bringe eine konservative Therapie mehr. Als dringliche Eingriffe gelten Bandscheibenvorfälle mit Lähmungserscheinungen sowie Einengungen im Bereich des Wirbelkanals, sogenannte Stenosen. Sie erschweren Betroffenen vor allem das Laufen und Gehen. Auch dieser Eingriff wird in schonender Art minimal-invasiv durchgeführt.

Große Wirbelsäulenchirurgie

Ausbauen will Michael Götzen das Angebot der minimal-invasiven Behandlung mittels Bandscheibenersatz. „Dabei wird die echte Bandscheibe entfernt und danach über ein Mikroskop die künstliche Bandscheibe in den entstandenen Hohlraum implantiert“, erklärt der Wirbelsäulenspezialist. Vorteil der Technik ist, dass die Patienten schneller wieder fit sind. Mit der Anstellung von Götzen hat das LKH Feldkirch auch die große Wirbelsäulenchirurgie wieder im Programm, so etwa die Korrektur von Wirbelsäulen-Verkrümmungen (Skoliose) bei Kindern. VN-MM

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