Skoliose – Grundlagen


Von Gerd M. Ivanic

Die Skoliose ist ein weithin bekanntes Krankheitsbild, welches schon von Hippokrates als Spina luxata beschrieben wurde. Verschiedene Therapiemöglichkeiten wurden in den letzten Jahrhunderten angewandt. Im vorliegenden Artikel wird vor allem auf die idiopathische Skoliose eingegangen.

Definition

Die Skoliose ist als eine Seitabweichung der Wirbelsäule mit Rotation definiert. Eine Kombination mit strukturellen Fehlbildungen wie z.B. einer Spondylolyse ist sehr häufig. Man unterscheidet im Allgemeinen die idiopathische Skoliose, die mit über 90 % die häufigste ist – von strukturellen Skoliosen (durch Miss- und Fehlbildungen, wie z.B. einen Halbwirbel verursacht) und der großen Gruppe der Neuroskoliosen (durch Zerebralparese, Mb. Duchenne, Mb. Recklinghausen, Querschnittläsion im Wachstumsalter etc). Der Vollständigkeit halber muss hier auch die Säuglingsskoliose angeführt werden. Hierbei handelt es sich immer um eine großbogige C-förmige Skoliose. Da die Kinder noch nicht stehen und gehen können, kann sich keine kompensatorische Gegenkrümmung entwickeln.

Differentialdiagnose

Hier ist die skoliotische Fehlhaltung – z.B. bei Beinlängendifferenz – zu nennen. Sie ist im Normalfall korrigierbar.

Klinik

Das von außen gut sichtbare Erscheinungsbild einer Skoliose ist durch die Rotation und den damit verbundenen Rippenbuckel bei Vorliegen einer BWS-Skoliose und dem Lendenwulst bei einer LWS-Skoliose – vor allem beim Vorbeugen – gegeben. Zusätzlich kann es vor allem bei Mädchen bzw. Frauen zu Brustasymmetrien kommen.

Messung

Die international gebräuchliche Methode ist die Messung nach Cobb.

Skoliose und Behinderung

Die Skoliose verursacht beim Kind primär keine Behinderung als solche. Vielmehr ist auf vor allem internistische Erkrankungen und erst in weiterer Folge auf biomechanische Probleme hinzuweisen. Ab einem Skoliosewinkel von ca. 30° nach Cobb kommt es zu einer Einschränkung der Lungenfunktion – bei einem Skoliosewinkel von über 80° nach Cobb wird eine Lungenfunktion von unter 60 % in der Literatur angegeben. Des Weiteren ist durch eine vermehrte seitliche Verbiegung der Wirbelsäule mit Rotation eine Einschränkung ihrer biomechanischen Funktion gegeben. Da vor allem Mädchen bzw. Frauen davon betroffen sind, ist gerade der kosmetische Effekt von enormer Bedeutung. Dies betrifft sowohl das dorsale wie auch ventrale Erscheinungsbild – z.B. im Sinne einer Brustasymmetrie.

Risikofaktoren

Die Geschlechtsverteilung weiblich : männlich beträgt 5:1. Zusätzlich ist eine familiäre Häufung bekannt, wobei Verwandte 1. Grades ein 60fach höheres Risiko, an einer Skoliose zu erkranken, aufweisen. Dabei kann das Überspringen einer Generation vorkommen. Des Weiteren ist auch das Skelettalter zum Zeitpunkt der Erstdiagnose von großer Wichtigkeit. Je mehr Skelettwachstum zu erwarten ist, desto größer ist die Gefahr, dass sich diese Skoliose auch weiter verstärkt. Eine schnelle Progression ist bei einem Cobb-Winkel von über 40° zu erwarten.

Prädiktive Faktoren

Je jünger ein Patient bei der Erstdiagnosestellung bzw. je höher und kurzbogiger eine Skoliose ist, desto größer ist die Gefahr einer Progredienz. Eine starke Rotation und eine strukturelle Veränderung (asymmetrisches Wachsen der Wirbelkörper) aufgrund der Skoliose verschlimmern diese Zukunftsaussichten.

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Sie finden uns in der Privatklinik Graz Ragnitz. Hier werden Sie von uns kompetent und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft betreut. Unser Anliegen ist es, die für Sie optimale Behandlungsweise festzulegen und Sie auf diesem Stück Weg zu begleiten in einer persönlichen und vertrauensvollen Patienten-Arzt-Beziehung!

Dr. Gerd Ivanic

https://www.ortho-graz.at/

Quelle: die orthopaeden – Skoliose – Grundlagen & Physiotherapie

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